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Für Sie gelesen: Das Burnout-System

August 20, 2011

In allen Medien und auf allen Social-Media-Kanälen ist der Trend zu beobachten, dass Burnout schon lange nicht mehr als Thema von einzelnen Betroffenen diskutiert wird. Zunehmend rücken Unternehmen und Führungskräfte mit ihrer Verantwortung für die Mitarbeiter in den Focus.

So befasst sich z.B. das aktuelle Weiterbildungsmagazin managerSeminare in seinem aktuellen Heft mit dem Burnout-Phänomen als Folge unserer Leistungsgesellschaft. Besonders sprechen mich die beiden Artikel von Dr. Erwin Hoffman und von Sylvia Lipkowski an.

Erwin Hoffmann, ehemaliger Bundeswehroffizier und Sozialwissenschaftler, fordert Manager auf, vom Militär zu lernen. Das ist zunächst sehr ungewöhnlich. Bei mir entstehen sofort Bilder von stramm stehenden Soldaten auf dem Kasernenhof, brüllenden Offizieren und blindem Gehorsam. Und das soll Einzug halten in Unternehmen?   

Hoffmann packt den Stier gleich zu Beginn bei den Hörnern, indem er diese Klischees anspricht. Sein Anliegen ist aber ein ganz anderes. Er führt den Leser zu den besonderen Qualitäten ehemaliger Offiziere wie z.B. frühe Übernahme von Verantwortung, sicherer Umgang mit Stresssituationen, Delegationsfähigkeit, Teamfähigkeit, klare Kommunikationsfähigkeit u.a. Diese Führungsqualitäten werden in einer militärischen Führungskräfte-Ausbildung intensiv trainiert, und zwar bevor sie Führungsverantwortung übernehmen.

Wie ist die übliche Praxis in der Wirtschaft?

Häufig werden Mitarbeiter zu Führungskräften, wenn sie in ihrem Fachgebiet sehr gut sind oder lange genug im Unternehmen gearbeitet haben und eine Beförderung als notwendige Maßnahme für eine frei gewordene Stelle als Abteilungsleiter gesehen wird. Wenn sie Glück haben, erhalten die neuen Führungskräfte ein Seminar über die neuesten Führungsmethoden. Im Führungsalltag sind sie jedoch oft allein. Unangenehme Führungs-Themen wie Arbeitsausfall wegen Stress, Burnout oder Mobbing werden dann auf die Personalabteilung / den Betriebsrat abgeschoben oder unter den Tisch gekehrt.

Auswirkungen auf das Unternehmen

Durch Führungsfehler entstehen enorme Kosten. Sylvia Lipkowski zitiert in ihrem Artikel verschiedene Studien und Analysen. Hier sei nur eine Zahl erwähnt: „… dass das deutsche Bruttoinlandsprodukt im Beispieljahr 2008 mit psychisch gesunden Mitarbeitern rund elf Prozent höher gewesen wäre – um 262 Milliarden Euro.“

Lipowski hat sechs Tipps zur strukturellen Burnout-Prävention zusammen getragen. Die drei besten Tipps sind aus meiner Sicht:

Schaffen Sie Multitasking ab!
Verordnen Sie Pausen!
Schluss mit der ständigen Erreichbarkeit!

Besonders gefällt mir die verordnete Pause. Als Atempädagogin ist mir der Einfluss des pausenlosen Arbeitens auf die Atmung bewusst. Wer aber anstelle des natürlichen Atemrhythmus Einatem-Ausatem-Atemruhe nur noch ein kurzatmiges Ein-Aus-Ein-Aus kennt, ist dem Burnout schon verdächtig nahe.

Burnoutprävention durch Atem-Coaching

Gottlob erlebe ich immer häufiger verantwortungsvolle Führungskräfte und Personalchefs. MitarbeiterInnen, die von ihren Vorgesetzten zu einem Coaching in meiner Praxis motiviert werden, erleben oft, dass sie selbst Teil ihres Stress-Problems sind. Diese Erkenntnis und die Erfahrung eines wieder gewonnenen natürlichen Atems leitet eine Verhaltensänderung ein, die der Person und damit auch dem Unternehmen langfristig zu einer gesunden Entwicklung verhilft.

Mehr Infos über Persönlichkeitscoaching über www.unger-dialog.de

Quellenangabe:
managerSeminare Heft 162, September 2011

Buchtipps:
Die Pflicht zu führen, Dr. Erwin Hoffmann, Gabler, Wiesbaden 2011
ATEM. Stressabbau und –bewältigung im beruflichen Alltag, Magdalena Unger, http://www.unger-dialog.de/buch.php

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