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Der Atem – ein Weg in die innere Freiheit. Teil 2

August 8, 2011

Folgen der Hochatmung

Das Zwerchfell, unser Haupt-Atemmuskel, befindet sich während der Hochatmung in einer permanenten Anspannung. Während bei der gesunden Vollatmung das Zwerchfell in ständigen Wechselbewegungen zwischen Entspannung – Ruhe – Anspannung – Entspannung – Ruhe – Anspannung – Entspannung usw. arbeitet, kann es sich bei der Hochatmung oder der Flachatmung nicht mehr entspannen. Dieses dauernde Angespannt-Sein zeigt sich früher oder später auch in der Art zu leben und zu arbeiten. Es hat Auswirkungen auf unsere Beziehungen sowohl im Privatleben als auch im Beruf.

Die ständige Anspannung des Zwerchfells verändert unsere geistige Wachsamkeit und Präsenz. Es wirkt sich auf unser seelisches Wohlbefinden aus. Und natürlich hat es gesundheitliche Folgen. So verkrampfen wir immer mehr, bis aus einer zunächst rein funktionellen Störung Ängste und Unsicherheiten entstehen und/oder organische Erkrankungen unser Leben aus der Bahn werfen.

Nun könnten wir auf die Schnelle ein paar Atemübungen machen und damit das Problem beheben. Viele Atemtechniken versprechen in diesem Sinne schnelle Lösungen. Und in dem einen oder anderen Fall gibt es sicher spektakuläre Erfahrungen oder kurzfristige Hilfe. Der lebendigen Atemquelle, dieser tragenden Kraft in unserem Leben, auf die wir uns jederzeit stützen können, sind wir damit noch nicht auf der Spur. Im Gegenteil! Atemtechniken, die ohne das tiefere Verständnis des natürlichen Atems eingesetzt werden, verstärken die Fehlatmung und führen zu einer stärkeren Blockade des Zwerchfells, statt es zu lösen. Die Folge: Unsicherheiten, Ängste oder Erkrankungen kommen nach einiger Zeit verstärkt wieder.

Viele von uns haben von Kindheit an gelernt, daß fast alles machbar ist. Mit genügend Fleiß und Ausdauer, mit hartem Training und konsequenter Disziplin können wir uns zu Höchstleistungen steigern! Die deutsche Geschichte hat uns diesbezüglich über Generationen hinweg stark geprägt. Wenn wir uns mit diesem „Machbarkeitsanspruch“ dem Atem nähern, werden wir jedoch das Wesen des Atems, und damit auch das tiefe Wesen unserer Persönlichkeit, nie kennenlernen. Auch wenn der Atem alles mitmacht, die Tiefenkräfte, die uns in die innere und äußere Freiheit führen können, bleiben uns bei dieser Art, mit dem Atem zu arbeiten, verborgen. Wir bleiben in der Egoismusfalle stecken, in der es nur um äußere Leistung und äußeren Erfolg geht.

Wie wir atmen, so leben wir – wie wir leben, so atmen wir!

Bleiben wir also in einem „Kunstatem“ stecken, so bleiben wir auch in unserem Leben auf der Ebene des künstlichen und „machbaren“. Wir schneiden uns den Fluß des Atems oder den Fluß unseres Lebensselbst ab. Das heißt, es darf nichts außerhalb unserer Kontrolle passieren, das macht uns sonst zu viel Angst. Das sind wir nicht gewohnt. Wir bauen uns quasi eine Flussbegradigung mit einem fest zementierten Flußbett. So läuft alles nach unserem Willen und unter Kontrolle, wir haben es ja lange genug trainiert. Leider verlernen wir dabei, auf ungewohnte Situationen flexibel zu reagieren, so wie ein natürliches Flußbett und auch der natürliche Atem dies kann. Dann erkennen wir plötzlich eine mehr oder weniger bekannte Unsicherheit, Angst, Beklemmung, das selbst gebaute „Flußbett“ wird zu eng, wir spüren Atemnot und Kurzatmigkeit, die Stimme bleibt weg, wir verlieren den Boden unter den Füßen oder wir gehen immer öfter in die Luft.

Ein Weg aus dieser Falle ist, dem natürlichen Atem wieder freien Lauf zu geben – so wie in der Natur vielfach das ursprüngliche Flußbett renaturiert wird.

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From → Atem ist Leben

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